Grammostola rosea / Vogelspinne


Die Grammostola rosea gehört zu einer der beliebtesten Vogelspinnenarten unter den Terrarienfreunden. Sie eignet sich auch hervorragend für Anfänger.

Grammostola Rosea - subadult

Grammostola Rosea – subadult
Bildquelle: By Rollopack (Self-published work) [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Inhalt von Grammostola rosea

  1. Grammostola rosea
  2. Der natürliche Lebensraum
  3. Das Aussehen der Grammostola rosea
  4. Schutzstatus
  5. Jagdgewohnheiten von am Boden lebenden Vogelspinnen
  6. Haltung im Terrarium
  7. Paarung und Zucht
  8. Steckbrief
  9. Bilder

Der natürliche Lebensraum

Weltkarte Grammostola rosea

Ihre deutsche Bezeichnung „Rote Chile-Vogelspinne“ sagt es schon aus: Die Grammostola rosea stammt aus Südamerika, genauer gesagt aus Chile. Es gibt aber auch Ansiedlungen in Argentinien und Bolivien. Es handelt sich um Bodenbewohner. Sie bevorzugen eine Gegend, in der sie auf lockere und nasse Erde treffen.

Die Grammostola mit der Artenbezeichnung rosea gräbt Wohnröhren, die bis zu einem Meter tief sein können. Diese Wohnröhren werden mit Spinnseide ausgekleidet. Sie dienen unter anderem dazu, dass sich die Grammostola rosea in der kalten Jahreszeit zur geschützten Winterruhe zurückziehen kann. Außerdem legen die weiblichen Tiere in der Wohnröhre die Nachzucht in Kokons aus Spinnseide ab und bewachen diese, bis die Jungspinnen selbstständig werden.

Die Wohnröhre ist auch der Ort, an den sich die Vogelspinne zurückzieht, wenn eine Häutung ansteht. In Chile herrschen große Klimaschwankungen. Bei Temperaturen von unter 10 Grad Celsius stellen die Tiere ihre Aktivitäten ein und ziehen sich zur Winterruhe in die Wohnröhre zurück.

Das Aussehen der Grammostola rosea

rote chile VogelspinneDiese Vogelspinne erreicht eine Größe von bis zu 7cm. Die Farbe des Rosea kann von dunkelbraun bis rot variieren. Die Männchen und Weibchen haben die gleiche Färbung. Die ersten Beinglieder sind dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Der Vorderleib ist rosa bis rot gefärbt.

Die Körperbehaarung ist kurz und dicht. Bei dunkleren beziehungsweise älteren Exemplaren sind zwei Linien an den Beinen erkennbar. Die Grammostola rosea wird mit zunehmenden Alter und nach jeder Häutung etwas dunkler. Auf dem Hinterleib (Opisthosoma, Abdomen) sitzen die Brennhaare. Diese werden bei jeder Häutung erneuert.

Schutzstatus

Die Grammostola rosea unterliegt keinem Schutzstatus

Jagdgewohnheiten von am Boden lebenden Vogelspinnen

Grammostola roseaDie Grammostola rosea ernährt sich überwiegend von am Boden lebenden Insekten wie zum Beispiel Schaben, Heimchen oder Grillen. Gelegentlich fängt sie auch kleinere Säugetiere oder Skorpione. Dazu halten sie sich am Eingang ihrer Wohnröhre auf und warten auf Beute.

Das Beutetier wird in der Mundhöhle verflüssigt, bevor es in den Saugmagen im Oberkörper gelangt und verdaut wird. Um sich gegen natürliche Feinde zu wehren, verfügt diese Spinnenart über ein defensives Verteidigungssystem. Wenn Vogelspinnen angegriffen werden, schleudern sie  Brennhaare auf ihren Angreifer. Das verursacht unangenehme, manchmal auch allergisch relevante Reaktionen, die den Angreifer irritieren und ihn so zwingen, von seiner Beute abzulassen. Grundsätzlich zeigen diese Vogelspinnen in der Jugend ein relativ aggressives Verhalten.

Ältere Exemplare werden ruhiger. Ihr Biss ist für den Menschen schmerzhaft, aber ungefährlich. Allerdings können, ähnlich wie bei Wespen- oder Bienenstichen, allergische Reaktionen auftreten. Das gilt auch, wenn die menschliche Haut mit den Brennhaaren in Berührung kommt.

Haltung im Terrarium

Wer ein Terrarium für Vogelspinnen einrichtet, sollte sich über die natürlichen Lebensbedingungen informieren. Die Grammostola Rosea eignet sich sehr gut für eine Terrariumhaltung. Besonders die männlichen Tiere sind mit ihrem leuchtend-roten Chitinpanzer ausgesprochen dekorativ.

Eine ausgewachsene Spinne dieser Gattung erreicht eine Länge zwischen 5 und 7cm . Das Terrarium benötigt eine ausreichend dicke Erdschicht, die locker sein sollte und regelmäßig bewässert werden muss. Gefüttert wird mit lebenden Insekten, die sich vorzugsweise am Boden aufhalten sollten. Heizungs- und Kühleinrichtungen sorgen dafür, dass die Klimaschwankungen, die die Tiere aus ihrer natürlichen Umgebung gewohnt sind, perfekt nachgestellt werden können.

Wer züchten möchte, muss auf eine ausreichend lange kühle Periode achten, die durchaus mehrere Monate dauern sollte. Ansonsten bevorzugen die Tiere eine Durchschnittstemperatur zwischen 25 und 30 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit, die über 60 Prozent liegt. Der Platzbedarf dieser Vogelspinne ist eher gering.

Ein Terrarium mittlerer Größe (ca. 30×30) reicht vollkommen aus. Die Nachzucht ist relativ problemlos, wird aber leider immer noch zu wenig in Anspruch genommen. Da diese Vogelspinne nicht unter Artenschutz steht, werden meist wild gefangene Tiere verkauft.

Paarung und Zucht

Bevor man mit der Verpaarung beginnt, sollte man eine winterliche Ruhezeit von ca. 2 Monaten einplanen, in der Zeit muss die Temperatur auf 10 – 15°C herabgesenkt werden.
Die Verpaarung von der Grammostola rosea läuft sehr friedlich ab, nach ungefähr 2 Monaten baut das Weibchen den Kokon. In diesem Kokon können bis zu 500 Eier enthalten sein.
Die kleinen Spinnen (Spiderlinge) schlüpfen nach 9 – 10 Wochen. Die Aufzucht der Spiderlinge ist problemlos. Am einfachsten zieht man diese in einer Filmdose groß, etwas Watte rein dann fühlen die sich schon wohl. Man sollte einmal am Tag frische Luft reinlassen. Wichtig ist auch, dass das Kondenswasser austreten kann. Bei den rosea Spiderlingen muss man die Watte auch nicht unbedingt befeuchten, in der Filmdose sammelt sich eigentlich genug Feuchtigkeit.
Die Jungtiere der Grammostola rosea wachsen sehr langsam, sie brauchen um in das adulte alter zu kommen 6-8 Jahre. Aus diesem Grund wird diese Art sehr selten nachgezüchtet.
Die Adulten Tiere die man im Zoofachandel bekommt sind in den meisten Fällen Wildfänge.

Steckbrief

Name / Bezeichnung Grammostola rosea (Rote Chile-Vogelspinne)
Erstbeschreibung Walckenaer, 1837
Artenschutz nicht geschützt
Herkunft Argentinien, Bolivien, Chile
Lebensweise Bodenbewohner
Terrarium Größe (BxL) 30x30cm
Körperlänge bis 6 cm
Temperatur Tagsüber: 23-27°C
Nachts: 16-20°C
Luftfeuchtigkeit 70-80%
Vergesellschaftung Nur Einzelhaltung
Wachstum relativ langsam
Verhalten sehr friedliche Vogelspinnenart – Anfängerspinne
Verteidigung bombardieren

Bilder

 

18 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo,
    Ich bin gerade dabei mich über diese schöne spinne zu informieren. Ich lese sehr viel über diese Art. Überall ist zu lesen, das grammostola rosea möglichst trocken gehalten werden sollte, außer bei Ihnen. Wie darf ich das verstehen? Dies ist keine Kritik, sondern ich möchte möglichst nichts falsch machen.

    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

    Mit besten Grüßen
    B. Stemmermann

    • Hallo Ben,

      Danke für dein Kommentar. Ich sehe das nicht als Kritik. Du hast aber recht die Beschreibung muss ich noch einmal anpassen. Also einen richtig nassen Bodengrund mag die Grammostola rosea nicht. Im Winter darf der Bodengrund aber leicht feucht sein. Im Bereich der Wassertränke darf es feuchter sein.

      Da die Temparatur recht hoch ist kannst du aber alle paar Tage den Boden etwas befeuchten.

      Gruß Marco

      • Hey Marco!

        Du kennst dch hier ja gut aus. ich habe seit letzter Woche eine P. Regalis und eine G. Rosea. Ich beobachte diese Nachts auch sehr gerne und gabe nun schon ab und zu beobachtet, dass die G. Rosea sich in der Wasserstelle ganz gerne badet. Ist das normales Verhalten?

        Gruss Ramon

        • Hallo Ramon,
          danke, aber das Wissen habe ich mir nur durch Bücher und Erfahrungen beigebracht 😉 Also das die Grammostola rosea sich gern badet, kann ich weder bejahen noch verneinen. Ich habe dieses Verhalten bisher noch nicht gesehen oder gehört. Aber du kannst mir gerne ein Paar Bilder oder Videos schicken, diese würde ich dann hier veröffentlichen.

          Beste Grüße
          Marco

  2. hallo,
    Also ihre hp gefällt mir sehr gut, stimme zwar nicht mit allem überein aber im großen und ganzen sehr informativ.
    Die hier abgebildeten tiere sind wohl G.porteri, während im G.porteri abteil eine rosea gezeigt wird.
    Auch finde ich die durchschnittlichen temperaturangaben zu hoch, z.b für theraphosa sind temperaturen über 25grad zu hoch. Das tier beginnt dann zu dehydrieren, zum ausgleich hält man den boden sehr feucht weil sie es sonst nicht packt, was dann in staunässe und verpilzungen enden kann.
    lg

  3. Hallo.
    Ich habe eine Grammostola Roses mit einem Alter von drei Monaten gekauft.
    Nach 4 Monate hat sie sich erst einmal gehäutet.
    Und vor einer Woche ist das termometer für das teraruim abgefahren und meine spinne ist am Kleber hängen geblieben. Ich konnte sie retten hat aber ein Bein verloren.
    Jetzt lebt sie zwar aber sie krümmt sich zusammen und zieht die Beine an den Körper. Bitte um schnelle Antwort. Wieso tut sie das.? Stirb sie etwa?
    Ich bedanke mich und hoffe auf eine schnellen Antwort.

    • Hallo Pierre,

      ist das Bein denn an der „Soll“- Bruchstelle abgetrennt? Wenn ja ist es kein Problem, es wird bei der nächsten Häutung neu gebildet. Die anderen Verhaltensweisen sind etwas merkwürdig. Also es gibt 2 Möglichkeiten, entweder sie macht es nicht mehr lange oder sie bereitet eine Häutung vor.

  4. Hallo,habe mir im Zoogeschäft eine Grammostola rosea gekauft ein abdultes Weibchen,von einem Unterschlupf (Baumrinde)oder Höhle graben keine Spur zu sehen.Habe sie seit einer Woche und die Tiger den ganzen Tag durchs Terrarium.Luftfeuchtigkeit ist bei 65%undTemperatur lieg bei 27%.Ist das normal was meins du?Terrarium ist 30x30x30.Bodengrund ist Kokoshumus mit Blumenerde.

    • Hallo Holger,

      danke für dein Kommentar. Es ist von Vogelspinne zu Vogelspinne unterschiedlich wie lange die Eingewöhnungsphase dauert. Zum Beispiel bei meiner Theraphosa blondi hat es mehrere Wochen gedauert bis sie angefangen hat sich „einzurichten“.

      Gib ihr noch etwas Zeit, leider werden viele Spinnen in Zoofachmärkten nicht optimal gehalten, was zu einer Änderung im Verhalten führen kann, aber keine Sorge das wird wieder 😉
      Die Werte sehen gut aus, kontrolliere sie immer mal wieder, füttere sie gib ihr Wasser und du wirst sehen, es wird alles gut. Halt mich auf dem laufendem bitte 🙂

  5. Hallo zusammen.Ich muss hier mal kurz meinen Senf dazugeben :o) .Hab schon auf mehreren Seiten gelesen das die Grammostola Rosea recht langsam sein soll.Da bin Ich leider anderer Meinung.Meine Trulla is alles andere als langsam.Aber Sie is die Chilligste Dame der Spinnenwelt.Ausser wenn Sie es eilig hat,dann nur mit Turbo :o).Nun gut,wollt ich mal loswerden.Aber eine Frage hab Ich doch noch,wenn ich schon am Texten bin.Irgendwie hat meine Trulla keine Lust sich zu Häuten hab Ich das Gefühl. :o( an was könnte das liegen??? Wär echt Dankbar über einen Rat.Danke schon mal im voraus.
    Gruss von hier

    • Ich habe auch eine Chile Vogelspinne und diese hatte schon einmal einen Pilz befall durch die zu hohe Feuchtigkeit gehabt was sehr hohe Arzt kosten hervorgerufen hat was ich mich nur immer frage ist wie oft ich meinen Fridulin sauber machen muss da er eigentlich nicht so viel dreckig macht

      Und was ich mich noch frage ist das er sich schon seit längerer Zeit nicht mehr anfassen lässt und auch so extrem komisch ist er ist auch vor kurzem aus deinem Terarium gebrochen

    • Meine frage ist wie oft ich meinen Fridulin sauber machen muss da er eigentlich nicht so viel dreckig macht

      Und was ich mich noch frage ist das er sich schon seit längerer Zeit nicht mehr anfassen lässt und auch so extrem komisch ist er ist auch vor kurzem aus seinem Terarium aus gebrochen

    • Ja, man muss Spiderlinge auch füttern. Je nachdem, wie groß sie schon sind, kann man sie erst mit Fruchtfliegen und später z.B. mit Mikroheimchen füttern und je weiter sie wachsen, was am Anfang recht schnell gehen wird, kan nman die Nahrung dann der Größe anpassen.

  6. Hallo, habe seit etwa 6 Monaten eine Rosea. Sie war bis vor kurzem sehr träge, hat sich kaum bewegt. Vor etwa 6 Wochen hat sie sich gehäutet. Nun bemerke ich seit etwa 3 Wochen, dass sie sehr aktiv geworden ist und auch sehr hungrig. Woran kann das liegen?

  7. Hallo,
    ich habe mir eine Weibliche Grammostola Rosea (Das ist meine erste Vogelspinne und ich bin noch total unerfahren) von einem Zoogeschäft zugelegt und bin extrem unsicher mit der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit, ich habe alles befolgt was mir im Zoo laden gesagt wurde aber ich habe das Gefühl es stimmt was nicht. Ich habe das Terrarium mit Humus den ich selber zubereiten musste gefüllt der natürlich auch noch etwas feucht war. Bin unsicher ob es daran liegt das die Luft Feuchtigkeit so hoch ist.
    Meine Temperatur beträgt 23 Grad trotz Heizmatte die ich an der Äusseren Rückwand befestigt habe.
    Die Luftfeuchtigkeit beträgt 70-90.5 Prozent also ziemlich hoch.
    Das Terrarium hat eine Grösse von 30 cm breite 60cm Länge und 40cm höhe
    Ich habe extrem grosse Angst um mein Grammostola Rosea Weibchen.
    Was kann ich nur tun? Woran liegt es? und wie fiel grad und wievielt Luftfeuchtigkeit ist denn das beste? Ich danke und hoffe auf eine schnelle Antwort und wünsche einen guten Abend

Schreib einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.