Häutung der Vogelspinne


Vogelspinne

  1. Häutung der Vogelspinne
  2. Verhaltensauffälligkeiten erkennen
  3. Vorsichtsmaßnahmen die zu beachten sind
  4. Ablauf der Häutung
  5. Nachbereitung

Vogelspinnen verfügen über ein sogenanntes Exoskelett, das sich aus einer harten Chitinhülle zusammensetzt, die schützend wie ein Panzer den Körper des Tieres umringt. Sie weist eine starre Form auf, wodurch sie nicht fortlaufend mitwächst. Daher muss diese regelmäßig von der Vogelspinne abgeworfen werden, um sich stets weiter zu entwickeln. Diesen Prozess bezeichnet man als sogenannte Häutung von Vogelspinnen und im Laufe ihres Lebens wird dieser Vorgang, vermehrt stattfinden.

Weitaus häufiger geschieht dies in der Wachstumsphase, mit fortschreitendem Alter nimmt es hingegen immer weiter ab und im ausgewachsenen Zustand wird es nur noch zirka ein Mal im Jahr stattfinden. Für Vogelspinnen ist dies eine kraftraubende Prozedur, die sie sogar für Futtertiere angreifbar macht. Daher schützen sich viele Vogelspinnenarten auf unterschiedlichste Weisen vor Feinden in dieser Zeit, die sie so mit bestimmten Mechanismen abwehren. Deshalb müssen einige wichtige grundlegende Dinge vor und während der Häutung vom Terraristikern beachtet werden, die zwischen den unterschiedlichen Vogelspinnenarten variieren können.

Verhaltensauffälligkeiten erkennen

Steht die Häutung kurz bevor, zeigen sich bereits schon einige Wochen zuvor erste Auffälligkeiten, die vom Halter unbedingt erkannt werden müssen um die Spinne vor möglichen Gefahren zu schützen. Eine typische Verhaltensveränderung äußert sich oftmals durch eine Appetitlosigkeit, die bis zur vollkommenen Verweigerung des Futters führen kann. Dadurch gibt sie sich immer inaktiver, dass sie sich fast ausschließlich nur noch in ihrem Versteck aufhält. Von unerfahrenen Terraristikern wird diese Auffälligkeit oft falsch gedeutet, so dass sie sich um tierärztliche Unterstützung bemühen.

Diese ist bei der Häutung keineswegs notwendig, trotzdessen bleibt dieser Prozess weiterhin für die Vogelspinne gefährlich, da sie in einen regelrechten Schockzustand fällt, bei dem sie Feinden schutzlos ausgeliefert ist. Diesem wirken einige Vogelspinnenarten mit den unterschiedlichsten Abwehr-Mechanismen entgegen. Von vielen wird ein weicher Häutungsteppich gesponnen, um sich bei der Häutung bequem auf den Rücken legen zu können, wie es von vielen Vogelspinnenarten getan wird.

Zudem spinnen viele Vogelspinnenarten ihr gesamtes Versteck dicht zu, dass Eindringlinge keine Chance haben. Eine andere Variante, die vor allem von bombardieren Vogelspinnenarten angewandt wird, ist das Abwerfen ihrer Brennhaare direkt vor dem Eingang des Verstecks, so dass sie sicher vor Feinden geschützt sind.

Ein weiteres Anzeichen für eine bevorstehende Häutung ist die Farbe der zurückgebliebenen Stelle am Körper, die sich kurz vor der Häutung dunkel verfärbt, was Zeichen dafür ist, dass diese innerhalb weniger Tage erfolgen wird. Unterschiedliche Vogelspinnenarten können hier verschieden starke Verfärbungen aufzeigen.

Vorsichtsmaßnahmen die zu beachten sind

Da Vogelspinnen während ihrer Häutung Feinden schutzlos ausgeliefert sind, müssen einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, damit die Vogelspinne keinerlei Gefahr ausgesetzt ist. Das Füttern sollte während des eigentlichen Prozesses unterlassen werden, da die Vogelspinne nur bedingt Futter zu sich nehmen kann, da ansonsten eine Verschluckungsgefahr bestehen kann.

Auf keinen Fall sollte Lebendfutter gereicht werden, da sogar Heimchen und Grillen in dieser Phase zum Feind werden können. Deshalb müssen alle im Terrarium befindlichen Kleinstlebewesen ab gesammelt werden, da diese bei der Häutung stören und Verletzungen an dem neuen Außenskelett verursachen könnten.

All dies sollte allerdings schon einige Zeit vor dem eigentlichen Vorgang geschehen, da die Häutung von Vogelspinnen einer absoluten Ruhe bedarf. Keineswegs darf man zu dieser Zeit ins Terrarium greifen oder gar die Vogelspinne anfassen, da es dadurch zu Fehlhäutungen kommen kann. Außerdem sollte man die Luftfeuchtigkeit des Terrariums leicht erhöhen.

Ablauf der Häutung

Bei der Häutung ziehen sich die Vogelspinnen ihr bereits errichtetes Versteck zurück. Dabei weisen verschiedene Vogelspinnenarten unterschiedliche Verhaltensmuster auf. Der Großteil von ihnen führt die Häutung in einer liegenden Position aus, es gibt jedoch auch einige Vogelspinnenarten die sich im stehen häuten. Viele Arten der Gattung Brachypelma weisen diese ungewöhnliche Verhaltensart auf.

Bei dem eigentlichen Prozess beginnt die Vogelspinne unter erhöhtem Blutdruck ein Häutungshormon vom hinteren in den vorderen Körper zu transportieren. Dieses verursacht, dass ein Druck entsteht und das Carapax aufplatzt. Dies zieht sich über den gesamten Körper, so dass sich die Vogelspinne nun nach und nach aus dem Mantel befreien kann. Dies kann manchmal über einige Stunden dauern und ist daher sehr kräfteraubend für die Vogelspinne, so dass sie auch nach erfolgreicher Häutung auf dem Rücken liegen bleibt.

Viele Terraristiker versuchen bereits schon während oder spätestens in diesem Moment der Spinne zu helfen. Dies sollte auf jeden Fall unterlassen werden, denn sie braucht während und auch nach einer Häutung Ruhe. Zudem ist die neue Haut noch sehr weich und empfindlich und sollte daher nicht berührt werden um keine Verletzungen zu verursachen.

Nach einigen Stunden beginnt die Vogelspinne die Beine gymnastisch zu bewegen und wird immer aktiver, so dass sie sich ohne jegliche Hilfe wieder aufrichten kann. Manchmal kann es vorkommen, dass bei diesem Vorgang Extremitäten verletzt oder gar abgetrennt werden. Hier verfügen Vogelspinnen für eine sogenannte Regenerationsfähigkeit, mit dessen Hilfe sich diese erneuern können. Meist sind diese bis zur nächsten Häutung wieder regeneriert.


Nachbereitung

Ist die Häutung erfolgreich vollzogen ist der neue Chilicerenpanzer noch sehr weich und vor allem empfindlich. Nach einigen Tagen ist dieser vollkommen ausgehärtet. Eine Ähnlichkeit stellt man bei den Klauen fest, die ebenfalls aus Cheliceren bestehen und nach einer Häutung auffallend weiß und biegsam sind.

Das verweigert den Vogelspinnen das sofortige Fressen nach diesem Prozess, so dass sie erst einige Tage danach gefüttert werden können. Bei Jungtiere erfolgt die Härtung weitaus schneller als bei ausgewachsenen Vogelspinnen, denen man nach erst einigen Wochen wieder Nahrung zukommen lassen sollte. Vorher stellt auch Lebendfutter noch weiterhin eine ernsthafte Gefahr für sie da.

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