Röhren-, Baum – und Bodenbewohner

roehren-baum-bodenbewohner

Jede Vogelspinnenart weist unterschiedliche arttypische Verhaltens- und Lebensweisen auf und stellt damit andere Bedingungen an ihren Lebensraum. Dabei halten sie sich nicht nur in unterschiedlichen Klimazonen auf, sie leben auch in unterschiedlichen Höhen. Kategorisch lassen sich die Lebensräume von Vogelspinnen in drei unterschiedliche Bereiche aufteilen. Einige Arten halten sich dabei vorzugsweise in Bodennähe auf, graben ihr Versteck und werden daher als bodenbewohnende Vogelspinnen bezeichnet.

Im Gegenzug dazu nennt man jene Vogelspinnen, die sich hauptsächlich auf Bäumen oder Sträuchern aufhalten baumbewohnende Vogelspinnen. Die letzte Kategorie hält sich vorwiegend in tiefen Erdlöchern auf, kann mithilfe ihrer Cheliceren lange Gänge graben und am Ende solch einer Röhre ist meist ein Versteck zu finden. Vor dem Kauf einer Vogelspinne sollte man daher unbedingt die genauen Lebensweisen der ausgesuchten Vogelspinne in Erfahrung bringen, um dementsprechend die Einrichtung des Terrariums an die jeweiligen Bedürfnisse der Vogelspinne anzupassen, denn nur so kann man seinem Tier eine artgerechte Haltung garantieren.

Bodenbewohnende Vogelspinnen sind meist recht massig

Grammostola rosea

Grammostola rosea

Die sogenannten Bodenbewohner sind meist weitaus größer und massiger als andere Vogelspinnenarten und halten sich daher überwiegend in Bodennähe auf. Dabei graben sie sich kleine Erdlöcher, in denen sie sich vorzugsweise aufhalten. Diese befinden sich in den meisten Fällen unter Wurzeln oder Steinen, so dass sie vor Feinden sicher geschützt sind. Der Innenraum und Eingang ist mit einem sogenannten Gespinst ausgepolstert, so dass die Vogelspinnen vor Eindringlingen geschützt sind.

Dieser Schutz ist für Vogelspinnen besonders während der Häutungsphase und der Winterruhe wichtig, da sie in dieser Zeit ihren Feinden schutzlos ausgeliefert sind. Auch die Pflege der Aufzucht einiger Arten wird durch diese Vorgehensweise bestärkt und hält gekonnt Eindringliche vom Versteck ab. Das gekonnte Graben wird ihnen aufgrund ihrer Cheliceren ermöglicht, die hier wie Werkzeuge agieren. Diese kommen auch beim Beutefang zum Einsatz, der meist direkt am Eingang der Behausung stattfindet, denn nur selten verlassen bodenbewohnende Vogelspinnen ihr Versteck. Wenn alle Bedingungen für die Bodenbewohner stimmen, kann es vorkommen, dass diese ein Leben lang in ihrem Versteck wohnen bleiben.

Typische Bodenbewohner sind dabei Arten der Gattungen der Brachypelma, der Lasiodora oder der Grammostola. Wer sich für den Kauf solcher Vogelspinnen entscheidet, sollte sich für ein Terrarium mit einer großen Grundfläche entscheiden um so der Spinne ausreichend Platz zu gewährleisten. Da diese Vogelspinnenarten oft schlechte Kletterer sind, sollten nur geringe Erhöhungen vorhanden sein um das Tier bei Stürzen vor möglichen Verletzungen zu schützen.

Ein Merkmal von baumbewohnenden Vogelspinnen ist ihre schlanke Körperform

Lampropelma ViolaceopesDie Baumbewohner sind weitaus kleiner und schlanker als bodenbewohnende Vogelspinnen. Daher wird es ihnen problemlos ermöglicht in kleinen Astlöchern oder Baumhöhlen zu leben, in denen sie gerne ihre Verstecke bauen.

Diese bestehen ebenfalls wie bei den Bodenbewohnern aus einem Gespinst, das Feinde und Eindringlinge gekonnt abhält und somit das Versteck schützt. Zu den bekanntesten baumbewohnende Vogelspinnen zählen die Arten der Psalmopoeus, der Avicularia und der Poecilotherias Gattung. Bei der Terrariumwahl dieser Baumbewohner sollte vor allem auf die ausreichende Höhe geachtet werden, dabei kann die Grundfläche eher gering gehalten werden. So können lange Äste als Klettermöglichkeit dienen und verschaffen der Vogelspinne artgerechte Bedingungen.

Röhrenbewohner kommen vorwiegend in Afrika und Asien vor

Als Röhrenbewohner werden die erdbewohnenden Arten der Vogelsinne bezeichnet, die in tiefen meterlangen Wohnhöhlen leben. Diese Röhren verlaufen häufig senkrecht sehr weit in den Erdboden und in einer bestimmten Tiefe knicken diese dann in eine andere Richtung ab. Wie die Bodenbewohner nutzen auch sie zum Graben ihre Cheliceren und freier Natur können die diese Gänge sogar meterlang sein. Manchmal finden sie allerdings auch alte Bauten von Nagetieren, die sie gerne als ihr neues Zuhause nutzen.

Ganz am Ende der Höhle ist dann oft die Wohnhöhle anzutreffen, in der sich die Spinnen die meiste Zeit ihres Lebens aufhalten. Adulte Weibchen verlassen diese manchmal sogar über viele Jahre nicht. Damit der Halter seiner Vogelspinne, die ebenfalls ein Röhrenbewohner ist, eine artgerechte Haltung gewährt, muss ein Spezialterrarium angeschafft werden. Nur so kann einem Röhrenbewohner eine typgerechte Haltung ermöglicht werden, denn nur solche weisen eine passende Höhe auf, die ein Graben von langen Röhren ermöglichen. Typische Gattungen sind die Arten der Ephebopus, der Hyterocrates oder der Haplopelma. Besonders spannend ist der Bau für den Betrachter, denn aufgrund der Transparenz eines Terrariums kann man die genauen Gänge verfolgen.

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