Direkte Sonneneinstrahlung auf das Terrarium – Tod der Vogelspinne

Vogelspinne im Terrarium

Bei meinem letzten Besuch eines befreundeten Spinnenliebhabers stellte ich mit Entsetzen fest, dass er sein Terrarium am Fenster platziert hat. Als ich ihn drauf ansprach, meinte er, dort sieht es am besten aus. Genau an dieser Stelle kommt meine Brachypelma smithi am besten zur Geltung.

Gefahren bei der Positionierung des Terrariums am Fenster

Die größte Gefahr geht wohl von der Sonne aus. Man darf diesen Faktor nicht unterschätzen. Stellt man sich einmal ein Gewächshaus vor, wird einem schnell auffallen, dass sogar im Winter leckere Erdbeeren darin wachsen können. Woran liegt das? Die Antwort ist ganz klar. Die Sonne erhitzt das Gewächshaus  durch die Verglasung. Die Luft kann nicht davongetragen werden, da es sich um ein verschlossenes Objekt handelt. An manchen Stellen im Gewächshaus werden die Sonnenstrahlen in Wärme umgewandelt. Jeder der einmal ein Gewächshaus betreten hat, weiß wie warm es darin ist. Und genau das passiert auch in einem Terrarium, welches am Fenster steht.

Sicher werden jetzt einige entgegnen: „Das Terrarium hat aber Lüftungsschlitze“. Stimmt! Aber die Lüftungsschlitze die vorn und oben im Terrarium sitzen, können diese Wärme nicht komplett abbauen. Somit wird es im Terrarium wärmer und wärmer. Ein richtiges Problem wird es erst, wenn der Spinnenhalter die Temperatur im Terrarium nicht überprüft.

Also was passiert mit der Vogelspinne?

Vogelspinnen besitzen keine direkte Intelligenz, dafür ist das Gehirn einfach nicht groß genug. Sie folgen ihrem natürlichen Instinkt. Bodenbewohnende Vogelspinnen (wozu auch die Brachypelma smithi gehört), verkriechen sich in Ihrer Wohnhöhle.

Man wird aber schnell bemerken, wenn es zu warm wird. Denn dann verlassen sie ihre Behausung wesentlich öfter, um die Trinkschale aufzusuchen. Damit versucht das Tier den eigenen Temperaturhaushalt im Gleichgewicht zu halten. Wird es noch wärmer, fängt die Vogelspinne an, ihre Wohnhöhle noch tiefer zu graben, um in kühlere Erdschichten zu gelangen.

Bei bodenbewohnenden Vogelspinnen beträgt die Erdschicht im Terrarium in den meisten Fällen ca. 15cm. Was passiert also, wenn sie unten angekommen ist und es nicht mehr weiter geht? Und es dazu noch immer wärmer und wärmer wird? In der letzten Instanz wird sie an die Oberfläche zurückkehren, um Wasser zu sich zu nehmen.

Oft schaffen die Tiere das aber leider nicht mehr und verenden in ihrem Bau oder am Eingang. Ein wirklich grausamer Tot! Also bitte liebe Spinnenfreude (gerade die Anfänger), setzt das Terrarium keinem direkten Sonnenlicht aus!

Was muss ich beim Standort des Terrariums noch beachten?

Die meisten werden jetzt denken, wenn ich das Terrarium nicht dem Sonnenlicht aussetze, kann nichts passieren. Falsch!

Terrarien für Vogelspinnen sollten auch niemals im Durchzug stehen.
Folgender Fall: Sie positionieren ihre Vogelspinne im Schlafzimmer, damit sie tagsüber ungestört ist. Sie lassen aber den ganzen Tag das Fenster auf (was viele in Ihrem Schlafzimmer machen). Tagsüber ist das auch absolut kein Problem, da man ja eh eine Lampe über dem Terrarium angebracht hat.

Aber was ist am Abend bzw. in der Nacht? Da lassen auch viele Ihr Fenster auf. Und von meinen unzähligen Bekannten, die Vogelspinnen besitzen, haben nur wenige eine Heizmatte. Also was passiert? Richtig, das Terrarium unterkühlt. Aber nicht nur das Terrarium, sondern auch die Spinne, die darin lebt. Kurze Unterkühlungen sind für Vogelspinnen gut verkraftbar, aber sollte die Kälteperiode (zum Beispiel im Winter) länger andauern, können Vogelspinnen krank werden. Im schlimmsten Fall können sie auch sterben.

Zusammengefasst  bedeutet das: Setze Vogelspinnen bzw. Vogelspinnenterrarien nie für längere Zeit der direkten Sonne aus. Achte auf die Temperaturen, die im Terrarium herrschen. Prüft das Wassergefäß täglich!  Positioniert um Himmels willen, das Terrarium nicht auf oder neben einer Heizung.

By Todd Huffman [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons

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