Vogelspinnen – Der Wildfang

Ist der Kauf einer neuen Vogelspinne geplant, wird man meist vor die Frage gestellt, ob es ein Wildfang oder eine aus einer Nachzucht stammende Vogelspinne werden soll. Dabei wird einem Anfänger von dem Kauf eines Wildfanges dringend abgeraten, da man hier ein solides Expertenwissen aufweisen sollte, das man sich im Laufe der Jahre im Kontakt im eigenen Vogelspinnen angeeignet hat.

Daher sollten sich Anfänger ausschließlich auf Vogelspinnen aus Nachzuchten konzentrieren, da diese um ein Vielfaches einfacher zu händeln sind. Je nach Art hat ein Wildfang vollkommen andere Bedürfnisse und Anforderungen an seinen Halter, mit denen man in der Hobbyzucht bisher noch nicht vertraut ist, so dass man diese erst erkennen und sich dann darauf gezielt einstellen muss. Vorab sollte man sich unbedingt mit den Vor- und Nachteilen auseinander setzen, die ein Wildfang mit sich bringt.

Der Kauf eines Wildfanges bietet einige Vorteile

Meist ist der Kauf von Vogelspinnen, die als Wildfang verkauft werden, um ein Vielfaches preisgünstiger. Da eine Nachtzucht einer intensiven Arbeit und einem großen Zeitaufwand bedarf und die Aufzucht bis zu einigen Jahren andauern kann, liegt der Preis beim Verkauf um einiges höher als bei einem Wildfang.

Außerdem bieten Vogelspinnen aus der freien Natur in den meisten Fällen eine faszinierende Farbenpracht, die mehr als beeindruckt, so dass man kaum noch den Blick vom Terrarium abwenden kann. Zudem stellen sie den Halter vor neue Herausforderungen, da jede Art neue Bedürfnisse und Anforderungen mit sich bringt. Viele erfahrene Terraristiker entscheiden sich genau aus diesem Grund gerne für einen Wildfang, da sie sich auf diese Aufgabe freuen und auf diese Weise mehr über die Welt der Vogelspinnen erfahren.

Ein weiterer entscheidender Vorteil ist das frische Blut, das in die Gruppe integriert wird. Aufgrund der vielen Nachzuchten, kommt es im Laufe der Zeit vermehrt zu Inzuchten, was zur Herabsetzung des Immunsystems der Spinnen führen kann, das sie für Krankheiten anfälliger werden lässt. Diesem wirkt ein Wildfang mit seinen Genen entgegen. Wenn man Nachzuchten mit dem neuen Wildfang plant, werden die Nachfahren in den meisten Fällen robuster.

Eine Vielzahl von Nachteilen erwartet den Halter

Wird sich für eine Vogelspinne aus einem Wildfang entschieden, ist mit vielerlei Nachteilen zu rechnen, die sich darauf ergeben können. Auch wenn man die Vogelspinne langsam in das Terrarium integriert, ist sie an dieses Leben nicht gewöhnt und kann sich dementsprechend verhaltensauffällig zeigen.

Aufgrund des Platzmangels, kann sich die Vogelspinne lautstark bemerkbar machen. Auch die Ausstattung und die Pflege im Terrarium kennt sie nicht, so dass sie sich deshalb recht launisch und aggressiv zeigen kann. Gerade bei unerforschten Arten stellt dies eine echte Herausforderung dar, da man keinerlei Grundwissen über die jeweilige Vogelspinne hat und ihr Verhalten daher nicht deuten kann. Da meist adulte Wildfänge angeboten werden, kann man das genaue Alter nie ganz genau bestimmen.

Leider sind Wildfänge auch meist von Parasiten oder Viren befallen, so dass diese eine Gefahr für weitere Vogelspinnen darstellen können. Daher sind vor der Zusammenführung einige Quarantänemaßnahmen dringend notwendig.

Oft werden sie beim Fang der Natur regelrecht entrissen, so dass sich von einigen Arten die Anzahl im Laufe der Jahre stark minimiert hat. In manchen Regionen sind bestimmte Arten kaum noch zu finden, daher steigt die Zahl der bedrohten Arten immer weiter an. Die Gattung der Brachypelma wird sogar vom Naturschutzabkommen international geschützt.

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich hab eine rosea als Wildfang und die ist echt nicht zum rausnehmen (mach ich sowieso fast nie mit meinen spinnen)und wesentlich aggressiver als meine pöciloteria ornata 😂. Aber ich mag sie trotzdem meine rosi

    Und mit angriffslustigen spinnen kommen ich klar (haplopelma livividum und chilobrayis fibrinatus)

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